#anstanddigital

Hatespeech im Internet ist nur der hässliche Gipfel eines alltäglichen Mangels an Respekt und Anstand im Umgang miteinander. Reizbarkeit und Gleichgültigkeit prägen vielfach die öffentliche Stimmung und bereiten den Boden für Entgleisungen.

In öffentlichen Veranstaltungen und mit Ihren Kommentaren auf dieser Seite wollen wir die Diskussion darüber eröffnen, wie wir uns im Internet begegnen. Während über eine Verschärfung von Recht und Kontrolle nachgedacht werden muss, fragen wir nach der mindestens ebenso notwendigen Veränderung von Haltung und Umgangsformen. Denn es geht immer auch um die Verantwortung aller, denen an der Freiheit des Netzes gelegen ist.

#anstanddigital ist ein Projekt der Katholischen Akademie in Berlin e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Evangelischen Kirche Deutschlands. Es wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters MdB.

Medienpartner: Der Tagesspiegel

Ein Probeabo des Tagesspiegels finden Sie unter: https://abo.tagesspiegel.de/zeitungsangebote/probeabo

11 Fragen an Sie

Antworten in Auswahl

Sind gute oder schlechte Umgangsformen im Internet ansteckend, und woran könnte man das merken?

Prinz Asfa-Wossen Asserate: Gute kenne ich nicht – die schlechten sind in der Tat höchst ansteckend.

Was ist für Sie das größte digitale Unglück?

Renate Milena Findeis: Dass Kitsch und die ungehemmte Empörung so großen Anklang finden.

Wann haben Sie sich zum ersten Mal in einem sozialen Netzwerk angegriffen oder verletzt gefühlt? Und was haben Sie dagegen getan?

Abtpräses Jeremias Schröder OSB: Auf dem Blog eines katholischen Kulturkriegers wurde ich vor ein paar Jahren sehr unflätig beschimpft. Erstreaktion: Achselzucken. Und: verhaltene Schadenfreude, als andere Kommentatoren – in höflicher Weise! – den Geisteszustand des Autors anzweifelten.

P.S.:
Zur Internet-Aszese gehört, wenigstens 10% der Nachrichten aus Quellen zu beziehen, die der eigenen Blase fernstehen. Das fördert auch den Anstand.

Halten Sie Beschämung für ein gutes Mittel der Disziplinierung im Internet? Oder kennen Sie eine Alternative?

Michael Kleeberg: Ich kenne, wenn ich im Netz surfe, eigentlich eher das Fremdschämen. Man sollte diejenigen, die Gesetze brechen, bestrafen, diejenigen, die "nur" die Grenzen des guten Geschmacks verletzen, blockieren, und vor allem sich selbst in seiner Gier, digital überall mit dabeizusein, disziplinieren.

P.S. jenseits des Fragebogens:

Alexandra Kemmerer: ... digitale Medien öffnen immer wieder überraschende Gesprächsräume, können Lernorte des Austauschs sein mit Menschen, denen man im analogen Alltag nicht so leicht begegnen würde. Diese Räume der Freiheit aber müssen nicht nur spielerisch kultiviert, sondern auch entschieden verteidigt werden. Denn sie sind verletzlich. Und gefährdet.

Anstand …

„Wenn die Regeln des Umgangs nicht bloß Vorschriften einer konventionellen Höflichkeit oder gar einer gefährlichen Politik sein sollen, so müssen sie auf die Lehren von den Pflichten gegründet sein, die wir allen Arten von Menschen schuldig sind. Das heißt: ein System, dessen Grundpfeiler Moral und Weltklugheit sind, muss dabei zum Grunde liegen.“
A. Freiherr von Knigge

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Bild: Charles Taylor/Shutterstock ID: 1296080116

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